Montag, 15. Oktober 2007

Seaside Camp in Sai Kung



Samstag 13.10.2007 und Sonntag 14.10.2007
...zum Glück habe ich nicht abgesagt!
Am Samstagmorgen um 9.30 Uhr ging es an der PolyU los. Von dort sind wir dann mit dem Bus in die 'New Territories' gefahren. Gruppenweise gingen wir dann zum Mittagessen und zum Einkaufen für das BBQ (Grillen) am Abend. Ich muss vorweg sagen, dass es ein ERLEBNIS war, mit den Chinesen zu zelten. Ich war richtig froh, dass die anderen 5 Deutsch sprechen konnten, um mich mit ihnen über die "Verhaltensweisen des Chinesen" austauschen zu können. Ohne das irgendwie böse zu meinen (und missverstanden zu werden) muss ich sagen, dass diese Einkindpolitik in Mainland von mir nicht gutgeheißen wird. Viele dieser Mainland Chinesen haben zum ersten Mal in einem Zelt geschlafen oder haben selbst ein Feuer gemacht. Wir hatten extra einen "Guide" dabei, der SIE instruierte, wie das Zelt aufgebaut wird (ein Iglu!) und der für alle Holz gesucht und zerhackt hat. Ich fand das schon etwas befremdend ... dies sollte aber nicht das letzte gewesen sein. Es fing schon an beim Einkaufen. Wir hatten ein Budget von 120 HK$ pro Person und die haben mal fleißig angefangen zu kaufen und sinnlose Sachen in den Wagen zu laden. Als es dann an der Kasse schon schnell dem Gesamtbetrag unserer Gruppe entgegen ging wurde auf einmal angefangen auszusortieren. Ich hab da schon zu Bernadette gesagt, dass soviel Fleisch keiner essen kann. Auf meine Frage hin, wie wir denn das Zeug alles zum Strand bringen, hieß es nur: "I think we have to carry it!" Ich muss dazu sagen, dass ich dort noch nicht wusste, dass es ein 40 minütiger Fußmarsch auf einem betonierten Weg immer schön berg auf und ab werden würde. Diesen ganzen Weg habe ich zwei 5 Liter Wasserkanister und ein Zelt geschleppt (+ mein Gepäck). (Als kleiner Hinweis, Franz hatte eine Plastiktüte mit einigen unseren Fleischpaketen in der Hand und seinen Rucksack auf dem Buckel).
Mit mir im Camp waren Felix, Johannes, Rieke, Candice (Deutschland) und Bernadette (Österreich). Die sind alle super und wir haben unser eigenes "Ding" gemacht, sobald es wieder anfing befremdlich zu werden. Nicht dass wir uns der Kultur widersetzt hätten! Aber einige Sachen waren einfach nicht mit gesundem Menschenverstand zu erklären. Vor allem "Franz" (den Namen haben wir ihm gegeben) war so was von unflexibel ... für mich der Prototyp eines "Strebers" und "Arschkriechers". Ich hatte dann ja auch das Glück, dass er in der Gruppe von Bernadette und mir war. Naja, alleine Franz würde wieder 6 Seiten füllen ... darum lass ich das jetzt mal.

Nach unserer Wanderung haben wir durchgesetzt, dass wir am Strand schlafen und die Zelte dort aufbauen! Der "Guide" wollte uns noch mal 15 Minuten den Berg hoch hetzten und das Lager im Wald aufschlagen ... aber nicht mit uns, wir hatten "Meer" gebucht. Der Stand war super, das Meer rauschte die ganze Zeit und die Wellen waren teilweise schön hoch (über 2 Meter). Ein echter Traum sich da rein zu stellen und die Wellen auf sich zukommen zu lassen!
Abends wurde dann gegrillt, rum gesessen, Spiele gespielt und weiterhin mit allem was brennt Feuer gemacht. Das mit "Lights off at 23 o'clock" haben auch nur Franz und seine Kollegen wirklich ernst genommen. Ein sehr schöner Abend am Strand und Sonnenaufgang um 6 Uhr. Leider viele Wolken, aber trotzdem schön. Danach weiter im Sand liegen, dem rauschen des Meeres zuhören und weiter schlafen... Vor dem Frühstück ab ins Meer und mit den Wellen spielen. Ein Traum, so könnt ich morgens öfter aufstehen!!!!!

Im laufe der Nacht ist dann noch eine Horde eingelaufen, die Tarnklamotten anhatte und verdammt nach Militär für Jugendliche aussah. Kevin - der Organisator - erklärte mir aber, dass es kein Militär ist (in englisch: Its a group of Christians and they are a kind of "army of Christians") was er mir damit genau sagen wollte konnte ich auch nach weiterem Nachfragen nicht herausfinden. Ich nehme mal an, das waren Pfadfinder in Uniform. Die haben im Dunkeln und fast geräuschlos ihr Lager an Zelten 3 mal umgebaut, sind immer für 2 Stunden rein gelegen, danach draußen wieder angetreten und fertig machen zum nächsten Umbau (???). Die alle hatten sich dann um 6 Uhr morgens auch wieder in Einheitskleidung (oliv) angezogen und sind zum Frühsport angetreten (wie gesagt, an diesem Wochenende haben sich viele weitere Mysterien für mich aufgetan). War lustig zuzusehen von meiner Strohmatte aus!

Gegen 9 Uhr hatten wir dann unser Frühstück (was nach den 2 kurzen Regenschauern noch übrig geblieben ist). Die Zelte wurden abgebaut, die riesen Berge an Müll zusammengesucht und um 11 ging es auf den Rückweg. Wieder 40 Minuten Berg hoch und runter.
Ich war/bin verdammt müde aber es hat uns allen (Exchange Students) viel Spaß gemacht und es war eine Erfahrung die ich nicht missen möchte!

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Kommentare:

Dominik hat gesagt…

Hi Betzi,
na so viele Kommentare erhältst ja nicht.... aber das heißt nicht, dass man es nciht liest. Ich lese immer mal wieder, wenn ich Zeit finde einige Einträge auf einmal.... freut mich echt, dass es dir dort so gut gefällt. Ich denke, man sieht es auch, so viele tolle Bilder und Erlebnisse, wie du reinstellst in deinen Block, die sprechen für sich...

Außerdem finde ich es sehr toll, wie du dich über die kleinen Dinge freust, und wie sehr sie dir auffallen. Ich denke, man stumpft da ein bisschen ab nach einer gewissen Zeit, oder nach einigen großen Reisen, aber wenn ich deinen Block so durchlese, dann kommen mir einige Dinge immer bekannt vor und ich merke auch wieder, wie toll es doch ist neues kennen zu lernen...

Also dann, weiter so, und genieße weiter die Zeit
Gruß Sporti

Anonym hat gesagt…

Hey BetzI!

Schreib doch mal drei Sachen, die dich da unten tierisch nerven!

Viele Grüße
Marie

P.S: irgendwie find ich Blogs befremdlich - wie ein Buch, das man von unten nach oben lesen muss. Da bleib ich lieber bei meinem arabischen von rechts nach links Lesen :)